Ausnahmen bestätigen die Regel

Ich hab meinen Vorsatz, fleischlos zu leben, durchgehalten – von 18.1. bis gestern. Was mir dazwischen kam? Natürlich Ostern. Es gibt ja am Land am Karsamstag das Brauchtum der Fleischsegnung. Mit gesegnet werden da auch Käse, Eier, Weißbrot und Kren. Nach der Segnung, die bei uns im Ort ab mittags im Stundentakt stattfindet, gibt es dann meist das große Fressen im Kreise der Liebsten. Die Fastenzeit ist zu Ende.

Am Karsamstag hab ich bei meinen Eltern und bei meiner Schwiegermama durchgehalten und war auch stolz drauf. Außerdem hatte es den angenehmen Nebeneffekt, dass ich weniger aß und auch nach Runde 2 noch keine Übelkeit verspürte. Ich stellte aber auch fest, dass Kren ohne Fleisch einfach fad schmeckt. Am Ostersonntag aber, bei meiner Omi, konnte ich dem Verlangen nicht mehr Stand halten. Geselchtes Fleisch vom eigenen Schweindi – lecker! Ich langte also zu und gab es meinem Vater zu Protokoll, denn ihn habe ich am ärgsten mit meiner Entscheidung, vegetarisch zu leben, geschockt.

Ich habe jetzt also genau 77 Tage durchgehalten. Mein Fazit:

  • Fleisch braucht man/frau nicht, vorausgesetzt, man/frau ernährt sich ausgewogen. Mein Bruder erzählte mir von einem Arbeitskollegen, der in der Fastenzeit (also 40 Tage lang) kein Fleisch konsumierte. Gegen Ende hin hatte er schwerste Mangelerscheinungen. Das kann ich von mir nicht behaupten. Ich fühle mich genau so wohl als in der Zeit, wo ich noch mehr Fleisch gegessen habe.
  • Es schmeckt (leider) auch nach längerer Abstinenz hervorragend.

Was mach ich jetzt? Ich werde mir erst mal den Teil über die Schweinezucht im Buch Food Mafia wieder rein ziehen. Auch wenn ich laut meiner Tante diese Ausnahme nicht zu zählen brauche, da es sich ja um gesegnetes Fleisch gehandelt habe. Tja, man/frau könnte sich tatsächlich alles so richten, wie man/frau möchte. Tu ich aber nicht. Ich werde mein fleischloses Vorhaben weiter führen – Ausnahmen in ganz seltenen Fällen wird es aber vermutlich geben. Ich lass mich selbst davon überraschen.

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

2 Gedanken zu “Ausnahmen bestätigen die Regel

  1. Wenn es nicht gerade wirklich um ein Prinzip geht, dann kann man durchaus Ausnahmen machen finde ich.

    Ich esse fast kein Fleisch, zu Hause koche ich eigentlich nur noch dann Fleisch, wenn mein Sohn kommt. Wenn ich eingeladen bin, dann mag ich aber nicht, dass andere auf mich Rücksicht nehmen, dann esse ich schon auch ein wenig Fleisch.

    Damit komme ich ganz gut zurecht, ich würde mich allerdings nicht als Vegetarier bezeichnen, da ich sicher 4 x pro Monat Fleisch esse.

    Für mich ist das ok so, ich denke, jeder muss seinen eigenen Weg finden.

    lg
    Maria

  2. Also ich ernähre mich im Großen und ganzen auch Ovo-Lacto-vegetarisch, aber an Ostern wollten meine Eltern mir und vor allem meine Kindern was Gutes tun und es gab Steak- ein TRAUM! Ich muss es nicht jede Woche und auch nicht jeden Monat haben, aber hin und wieder….. Und Lachs gab es auch. Meine Kinder haben so reingehauen, dass ich ein ganz schlechtes Gewissen habe, ob ich ihnen nicht öfter Fleisch und Fischbgeben müsste…..

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