Let´s go Second Hand und/oder Flohmarkt

Eine günstige Alternative beim Kauf von allerlei Dingen bieten Secondhand-Läden oder Flohmärkte. Ich bin noch nicht sehr an der „Front“ unterwegs, habe jedoch schon beide Varianten ausprobiert. Als Gast konnte mich der Flohmarkt im Boui Boui Bilk in Düssenldorf letztes Jahr im Jänner schwer begeistern. Ich wusste zuvor nicht, dass es so große Flohmärkte mit so viel Angebot gibt. Als Verkäuferin versuchte ich einmal mein Glück auf dem Uni-Flohmarkt. Ich habe ja nun endlich meinen Schrank von nicht fair gehandelter Kleidung entrümpelt. Nicht zu 100%, aber es war ein Anfang. Und nun stand ich vor der Frage: Was tun damit? Ab zum Flohmarkt oder doch in einen Second-Hand-Laden? Oder ganz was anderes?

Second HandIch habe lange überlegt, wie ich die Teile los werde und habe ja auf diesem Blog den ersten Privatflohmarkt ausgerufen. Der ist leider etwas zäh gelaufen, weshalb noch eine zweite Idee her musste. Ich war guter Dinge, mein Zeug bei einem Flohmarkt los zu werden. Leider hat sich das Schicksal gegen einen Standplatz auf einem Flohmarkt – diese wurden aufgrund der großen Nachfrage schlussendlich verlost – entschieden, weshalb ich dann doch einen Second-Hand-Laden in meiner Nähe, das „Aus 2. Hand Tauschzentrum“, ausprobiert habe. In Secondhand-Läden findet man/frau neben Bekleidung Einrichtungsgegenstände, Geschirr, Accessoires, Schuhe etc. – je nach Schwerpunkt des Ladens.

Mein Problem war bislang, bei den Secondhand-Läden die ich kenne, dass sie sehr, sehr voll geräumt waren und es ein Überangebot an Waren gab, was mich persönlich beim Einkauf überfordert. Die Konsequenz ist dann oft, dass man/frau nichts findet, weil es einfach zu viel Auswahl gibt. Das ist das ähnliche Prinzip, wie beim vollen Kleiderkasten: man aber vor allem frau hat aufgrund des Überangebots oft das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben, was wiederum zu einem Kauf führt – also ein Teufelskreis.

Es gibt unzählige Flohmärkte und Second-Hand-Läden. Oftmals braucht es einfach nur einen kleinen Ruck, um Konsum anders zu denken und es einmal auszuprobieren. Ich hab es eben gemacht und möchte euch nun von meinen Erfahrungen mit dem Second-Hand-Laden berichten. Folgende Punkte sind zu beachten:

  • Second HandEs wird nur einwandfreie Ware angenommen. Hat die Ware einen Fleck, einen Kratzer, ist die Farbe nicht mehr so schön (z. B. weiße Kleidung ist sehr heikel – es wird mit einem Blatt Papier abgeglichen) oder ist die Passform bei Kleidung etwas komplizierter, wird sie nicht angenommen.
  • Je nach Kleidergröße fallen T-Shirts oder Kleider mit schmalen Trägern durch.
  • Es wird nur Kleidung angenommen, die gerade der Jahreszeit entspricht. Klar, denn sonst würden die ganzen Shops aus allen Nähten platzen.
  • Spielwaren müssen vollständig sein. Puzzles werden z. B. gezählt.
  • Für die Abgabe der Teile sollte einiges an Zeit eingeplant werden – vor allem in den Ferienzeiten (Ostern, Semester etc.). Entschleunigung olé!

Folgende Vorteile sehe ich im Verkauf über Second-Hand-Läden:

  • Ich liefer meine Teile einfach ab. Ich muss mich nicht um einen Standplatz bemühen und einen ganzen Tag selbst Verkaufsprofi sein.
  • Ich hab erstmal 3 Monate (je nach den AGBs des Ladens) mehr Platz in meinem Schrank ODER
  • wenn ich nach den 3 Monaten meine Sachen nicht wieder abhole, werden sie automatisch an eine karitative Einrichtung gespendet. Deren Vorteil ist, dass sie sichergehen können, dass es sich um einwandfreie Ware handelt und kein Sortieren mehr notwendig ist.
  • Mir wird klar kommuniziert, welche Sachen scheiße, bzw. nett ausgedrückt schwer verkäuflich, sind. Damit fällt es mir zumindest etwas leichter, die Teile im Restmüll und nicht in einer Humana-Box zu entsorgen. Denn wir wissen alle wie schwer es ist, uns von  unseren Sachen zu trennen.

Knapp zusammengefasst: die Ware muss eben einwandfrei und verkäuflich sein. Nun sind viele Menschen der Meinung, dass ihre Ware total in Ordnung ist und ziehen enttäuscht von dannen, werden sie diese dann doch nicht los. Auch wenn es sich bei Second-Hand um ein alternatives Geschäftsmodell handelt, unterliegt es den marktwirtschaftlichen Bedingungen. Gibt es keine Nachfrage für diese eine Farbe oder den Schnitt, bringt es nichts, wenn das Teil ins Sortiment aufgenommen wird. Und jede/r sollte sich selbst die Frage stellen, ob er/sie selbst beschädigte Second-Hand-Ware kaufen würde. Ich wette, 99% würden es nicht tun – ich auch nicht.

Second HandIch wurde von 13 Teilen neun los, wovon ein Kostüm, bestehend aus Blazer und Rock, im August für den Herbst angenommen wird. Also blieb ich eigentlich nur auf drei Teilen sitzen und das sind zufällig alte Lieblingsteile von mir. Deshalb hab ich nicht wirklich ein Problem, dass sie wieder in meinen Kasten zurück wandern. Die abgegebenen Sachen sind jetzt 3 Monate lang im Shop, danach gibt es den Kassensturz. Bin schon gespannt, wie viel davon verkauft wird. Werden alle Teile verkauft, bekomme ich dafür knappe EUR 35,-. Das sind auf den ersten Blick Peanuts, aber doch 40% vom Verkaufspreis. Und ich kann mit meinem Freund z. B. mit dem Geld nett essen gehen. Was ich nicht mit dem Geld machen werde, ist mir neue Kleidung damit zu kaufen.

Second HandTrotzdem nahm ich von meinem „Besuch“ ein Teil mit nach Hause – nämlich ein Tragetuch. Für alle, die jetzt glauben, dass bei uns Nachwuchs unterwegs ist: Nein, das ist nicht so und auch nicht geplant. Alle, die jetzt keine Haustiere haben oder welche haben und sie nicht abgöttisch lieben, sollten jetzt aufhören weiter zu lesen. Das Tragetuch ist nämlich für Ruaßerl unseren Kater vorgesehen. Er hat oft Phasen, wo er einfach nur gestreichelt und rumgetragen werden möchte. Da er aber an die 9 kg wiegt, ist er kaum mehr tragbar (ach, welche ein Wortwitz 😀 ), weshalb wir versuchen möchten, ihn mit dem Tragetuch durch die Gegend zu tragen. Drückt uns für unser Projekt bitte die Daumen! Sollte es nicht funktionieren, werden wir das Tuch einfach weiter schenken. Wie das Foto zeigt, lernen beide gerade das Tuch kennen und bereits auch lieben.

Nach diesem Erlebnis im Second-Hand-Laden gilt für mich der Spruch „weniger ist mehr“ umso mehr. Denn wenn ich darüber nachdenke, was alles in diesem einen einzigen Second-Hand-Shop im 10ten rum hängt und steht möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie viel Kleidung und sonstiges Zeug in jedem einzelnen Haushalt gehortet wird, geschweige denn was davon tatsächlich getragen oder benutzt wird. Wahrscheinlich könnten fünf Erden mit dem Zeug, das in unseren Breitengraden existiert, versorgt werden. Und da komme ich dann wieder zum Thema ungerechte Verteilung der Ressourcen… aber das Thema lass ich heute lieber bleiben, sonst habt ihr noch mehr zu lesen.

Ich persönlich habe mir zum Ziel gesetzt, dass ausgenommen Erinnerungsstücke, die in unserer Vitrine mit 3 Etagen Platz finden, alles benutzt werden muss. Das gelingt schon meistens, aber natürlich noch nicht immer. Aber dieses Vorhaben im Hinterkopf hält mich beim Shopping dazu an, darüber nachzudenken, und das wirklich rational, ob ich das Teil tatsächlich benötige.

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

So schick ist Flohmarkt (Rock und Shirt) - DANKE, liebe Timna

So fesch kann Flohmarkt (Rock und Shirt) sein

Flohmarkt Bui Bui Bilk_Düsseldorf

Flohmarkt Bui Bui Bilk_Düsseldorf

2 Gedanken zu “Let´s go Second Hand und/oder Flohmarkt

  1. Ich hab in 1040 im Vorbeifahren mal so einen Laden gesehen. Der sah jedoch so aus, als würden einem die ganzen Sachen entgegenfallen, sobald die Tür geöffnet wird. Aber man sollte sich nicht von allem abschrecken lassen… Bei Gelegenheit werde ich bestimmt auch mal einen kost-nix-Laden ausprobieren.
    LG Sabrina

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