Überfischung geht uns alle etwas an

Viele von uns essen sehr gerne Fisch und Meeresfrüchte. Ich zähle mich hier dazu, wie du auch nach meinem Outing als Vegetarierin weißt. Zwar habe ich erst im Alter von 18 Meeresfrüchte lieben gelernt (davor grauste mir immer vor allem vor diesen rosaroten Würmchen = Schrimps) und kämpfe jetzt damit, darauf wirklich zu verzichten. Denn als ich mich ein wenig in das Thema Überfischung einarbeitete, war für mich sehr schnell klar, dass ich da genauer hinschauen musste.

Nach der atomaren Katastrophe in Fukushima haben sich mein Freund und ich sehr rasch darüber geeinigt, dass in unserem Haushalt kein Meeresfisch mehr verspeist wird. Später zogen wir die Schlinge noch enger: es kommt nur noch österreichischer Fisch auf unsere Teller. Ich gebe zu, dass ich doch hin und wieder sündige, wenn ich auswärts esse – und das eigentlich Schlimmste: wir essen beide sehr gerne Sushi und Lachs. Damit sind unsere Vorsätze wieder „beim Teifl“, wie man/frau bei uns in der Steiermark so schön sagt. Wenn wir selbst kochen, halten wir uns jedoch tatsächlich zu 90 Prozent daran. Ausnahmen werden gemacht, wenn es sich um einen Fisch aus biologischer Zucht aus dem Ausland handelt – mittlerweile ist zum Glück auch Bio-Lachs im Supermarkt zu haben. Was wir total von unserem Speiseplan weg gelassen haben, ist Thunfisch (ausgenommen, wir sind Sushi-Essen), obwohl meine Spaghetti mit Thunfisch-Gorgonzola-Sauce hervorragend waren. Wir sind also nicht perfekt, arbeiten aber daran. Gelegentich gönnen wir uns einen Bio-Karpfen, Bio-Saibling oder Bio-Forelle von Bio-Fisch.

Greenpeace bietet einen Einkaufsratgeber für Fisch – der WWF auch – auf der Website an, um Personen wie mich beim Kauf von Fisch zu unterstützen. Und der fällt leider nicht grad positiv aus. So gut wie alle Fischarten sind bedroht oder werden mit unmöglichen Fangmethoden, die eine Katastrophe für das gesamte Ökosystem sind, gefangen. Sogar bei österreichischem Fisch muss ganz genau hingeschaut werden.

Was mich beim Einkauf so narrisch macht, ist die Tatsache, dass der Käpt´n z. B. nicht auf der Verpackung direkt auf die Herkunft des Fisches hinweist. Nein, ich muss in mein Smartphone einen Code eingeben oder einen QR-Code einschießen (ich hab diese App dafür gar nicht und möchte sie auch nicht) und die wissen ganz genau, dass das den KonsumentInnen zu blöd ist. Also kaufe ich nur Fisch, wo klar deklariert ist, woher er kommt. Mit unseren eigens auferlegten Kriterien kannst du dir vorstellen, dass sich unser Fischkonsum eher in Grenzen hält.

Und was ich rund um Weihnachten zusätzlich auch gelernt habe: Gebt dem Karpfen eine Chance! Er schmeckt nicht schlecht. Wir haben uns nun schon einige Male ein Bio-Karpfen-Filet gegönnt. Der Karpfen ist ein Grundelfisch, was ihn so sehr nachhaltig macht. Aus biologischer Zucht hat er auch weniger Fett, da er mehr Bewegung hat und ist durchaus schmackhaft. Im Gegensatz zu den ganzen heimischen Raubfischen wie Forelle oder Saibling muss er nicht mit Fischmehl – das übrigens wieder zum Dilemma der Überfischung der Meere führt, da Fischmehl meist aus Meeresfischen erzeugt wird – gefüttert werden muss, sondern alles frisst, was er als Grundler halt so erwischt.

Wie geht es dir mit deinem Fischkonsum? Ich freue mich auf deinen Bereicht/deine Meinung.

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

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