Ein guter Tag hat 100 Punkte-App- und Buchvorstellung

Ein guter Tag hat 100 Punkte, sagt zumindest die gleichnamige Initiative. Thomas Weber hat diese Idee aufgegriffen und ein Buch mit hilfreichen Tipps geschrieben. Die Idee: du verfügst über 100 Punkte pro Tag. Dahinter steht ein für alle Menschen verträglicher Ausstoß von Klimagasen. Unsere Ernährung, unser Konsum, unser Wohnen, Heizen, Stromverbrauch und unsere Mobilität erzeugen direkt und indirekt CO2. Derzeit leben wir in Mitteleuropa weit über dem verträglichen Maß. Statt den möglichen 100 Punkten brauchen wir im Schnitt 450 Punkte pro Tag. Wir leben über unsere Verhältnisse – nicht nur beim CO2 Ausstoß. Mehr konsumieren macht uns nicht glücklicher. Schneller und weiter unterwegs zu sein, senkt unsere Lebensqualität, macht krank und einsam. Du hast die Wahl: Je weniger Punkte ein Produkt hat, desto besser. Je weniger Überflüssiges du konsumierst, desto besser. [Diesen Absatz hab ich jetzt von der Website geklaut und auf du geändert, weil er gar so gut erklärt worum es geht ;)]. Wer das Buch nicht lesen möchte, kann seine Punkte direkt auf der Website berechnen lassen oder aber auch die  App auf dem Android-Handy installieren. Ich hab sie ausprobiert. Hier also mein Fazit:

Du gibst zuerst deine Basiswerte – öffentlicher Konsum, Heizen und Verkehr – ein. Der öffentlichen Konsum in Österreich beträgt 30 Punkte, das ist fix vorgegeben.

Bei Punkt 2, dem Heizen, stoße ich als Städterin schon auf ein Problem, denn Fernwärme gibt´s nicht zur Auswahl. Ich weiß, dass sich diese aus Müll (in Wien) und Gas zusammensetzt. Koks, Holz und Heizöl werden vielleicht auch zugegeben – keine Ahnung. Also was wähle ich? Ich hab mich für eine üble Variante entschieden: Gas. Das verfälscht meine Berechnung, aber was soll´s. Dann muss ich meinen Gasverbrauch angeben – fail! Kann ich nicht – heize ja nicht mit Gas. Ich folge der Empfehlung der App für 2 Personen im Haushalt.

Bei Punkt 3, Mobilität bzw. Verkehr, kann ich allerhand auswählen – SUV, Pedelec (noch nie gehört :/), PKW fahren zum selber spezifizieren (??), Elektroauto, Zug, 2-Takt Moped und Bus. Aber wo ist die U-Bahn?? Ich entscheide mich für den Linienbus Österreich und schäzte die Kilometer, die ich täglich fahre.

Dann geht es darum, Punkte in folgenden Bereichen zu vergeben:

  • Strom
  • Konsum
  • Alltag und
  • Ernährung

Und da gibt es zahlreiche Unterkategorien. Bei Strom habe ich z. B. die Wahl, meinen Stromanbieter auszuwählen. Die Auswahl finde ich persönlich bescheiden (Wien Energie, Konstanzer Stadtwerke, EVN, EKZ Zürich und vkw) – AAE, also meinen Anbieter, finde ich nicht. Ich entscheide mich für vkw Ökostrom, das wird vielleicht hinkommen, da ich über AAE Ökostrom beziehe. Ich soll meinen Jahresstromverbrauch angeben – geht jetzt nicht, muss ich erst nachschauen oder halt grob schätzen.

Bei Alltag „Waschmittel“ verwende ich Biowaschmittel – auswählen kann ich Vollwaschmittel oder Colorwaschmittel kompakt oder Colorwaschmittel flüssig. Beim Duschtyp kann ich zwischen 22 Litern bei 40 Grad oder 18 Litern bei 37 Grad auswählen. Ja, ich bin Warduscherin, aber ich hab keine Ahnung, wie viel Wasser ich benötige. Ich bemühe mich, die Duscherei kurz zu halten – gelingt mir aber nicht immer, vor allem, wenn der Tag lang war. Für´s Händetrocknen kann ich zwischen Luft, Dyson Blade, gewöhnlichem Trockner oder Papierhandtuch wählen. Wo bleibt das gewöhnliche Handtuch, das ich daheim rum hängen hab? Bei Konsum habe ich beim Bio T-Shirt die Wahl zwischen Herrn und Damen mit Earth Positive Zertifikat wählen – bis zum Fairnessrun 2014 kannte ich das gar nicht, obwohl es ein sehr gutes ist. Da gäbe es aber noch…… einen ganzen Haufen mehr an wichtigen Gütesiegeln, die erwähnenswert wären.Und dann kann ich noch auswählen, wie viel ich von was gegessen hab….

Zuerst dachte ich mir, dass mir das zu aufwändig ist – täglich die Punkte eintragen – pfuh. Zumindest  werden jedoch der Basiswert, Mobiltät und Wärme gespeichert. Die anderen Bereiche müssen täglich neu eingegeben werden. Die Suchfunktion hilft jedoch dabei, es etwas schneller zu tun. Möglich ist auch das Nachtragen in den Vortag, wenn etwas vergessen worden ist.

Aber irgendwie sind es mir zu viele Details und wichtige, die für mich als Städterin und Bio-„Freak“  wichtig wären, fehlen mir. Meiner Meinung nach wäre es besser, vieles auf Grundkategorien runter zu brechen und für ein Handy z. B. einen Durchschnittswert zu berechnen. Ich hab nämlich kein iPhone 4 oder auch z. B. beim Strom wären mir Kategorien wie Öko, gemischt, Solar etc. lieber und nicht den Anbieter oder auch beim Waschmittel – bio, konventionell, kompakt oder flüssig. Aber jede Idee beginnt mal klein und wird nach und nach ausgebaut. Das wünsche ich mir auch von der App, denn der Ansatz ist einfach genial!

Ganau so genial natürlich wie das Buch. Das kommentier ich hier aber nicht weiter, weil alles am Blog von Anja Haider-Wallner nachzulesen ist. Sie hat DAS Experiment gestartet und berichtet darüber.  Außerdem existieren bereits zahlreiche Buchbesprechungen darüber.

Genial finde ich das Gesamtkonzept deshalb, weil damit die Menschen nämlich aufgefordert werden, über ihr eigenes Verhalten nachzudenken und beim Selbstversuch sehen, dass wenige Verhaltensänderungen gleich große Auswirkung haen kann. Ich hab die Punkte-Cahllenge angenommen und bin gar nicht mal so schlecht unterwegs (ausgenommen Tage mit Hotelübernachtungen – die fahren mit 250 Punkten total rein). Sonst liege ich meist unter 100 Punkten – es gibt auch eine History für die persönliche Evaluierung.

Festzuhalten ist nun abschließend, dass es mit der App und dem Buch easy to be green ist 😉

PS: Über dein „Like“ auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

5 Gedanken zu “Ein guter Tag hat 100 Punkte-App- und Buchvorstellung

  1. Hallo!

    Ich habe das ausprobiert bin aber weit weg von 100 Punkten. Alleine Wäsche waschen liegt doch schon bei rd. 40 Punkten und wenn da die 30 Allgemein dazu kommen sind 70 wie nix weg. Dann kommt noch Wärme, Strom und Wasser dazu und dann sind die 100 zusammen. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch nichts gegessen und bin nackt. Wobei ich nicht verstehe, warum Wäsche waschen so „teuer“ ist. Der Strom ist beim Strom dabei die Herstellung der Waschmaschine? Was ist dann mit dem Herd? Weder bei Konsum noch bei Ernährung ist der Herd oder der Kühlschrank noch die Tiefkühltruhe dabei.

    Ich weiß, das wirst Du mir nicht beantworten können.

    Die Idee finde ich genial, deshalb habe ich es auch gleich ausprobiert, aber irgendwie hänge ich…

    lg
    Maria

    • Hi!
      Ja, mir ging es gleich und ich hab den Beitrag ungefähr drei Mal umgeschrieben 😉 Ich hab mich auch gleich dabei ertappt, zu viel zu hinterfragen 😉
      Ich glaube, dass es eine spannende Sache für Leute ist, die noch nicht so sehr im Thema drin sind. Ein Bewusstmachen funktioniert auf alle Fälle. Auch das Buch ist für EinsteigerInnen perfekt, ich kannte sehr vieles schon.
      Die ersten Schritte einer genialen Idee sind getan, ich bin auf die weiteren gespannt!

  2. Pingback: Diese App sollte jeder Klimaschützer testen - slit sensilla

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