ich mach es anders

Make Chocolate Fair!

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So lautet der Slogan einer europaweiten Kampagne von Südwind. Damit sollen die Schokolade-ProduzentInnen aufgefordert werden, nur noch fair gehandelten Kakao für ihre Produkte zu verwenden und somit Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und konkrete Schritte für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen im Kakaoanbau zu setzen. Hier kannst du die Petition unterschreiben. Ziel ist es, bis zum Sommer 2015 europaweit 100.000 Unterschriften gesammelt zu haben. Diese werden dann den Schokoladeunternehmen öffentlich übergeben. Warum es wichtig ist, die Kampagne zu unterstützen?

Der Kakaoanbau ist, wie ich von Josef Zotter gelernt habe, äußerst aufwendig, da der Kakaobaum eine sehr heikle Pflanze ist. Es muss ständig kontrolliert werden, Monokulturen sind (zum Glück) nicht möglich und die Ernte muss per Hand erfolgen. Obwohl viele Schokoladenhersteller hohe Gewinne einfahren, leiden Millionen an Kakao-Bauern und Bäuerinnen und deren ArbeiterInnen unter menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Ausbeutung von Kindern, gesundheitsschädliche Arbeit mit Pestiziden, Vernichtung von Ackerland und Gefährdung der Ernährungssouveränität vieler Bauern und Bäuerinnen sind Folge einer ausbeuterischen Handelspolitik der Schokoladenindustrie über Jahrzehnte. Laut Josef Zotter darf eine 100 Gramm Tafel Schokolade nicht unter EUR 2,- kosten, wenn diese fair gehandelt ist. Durch die aufwändige Arbeit müsste sie eigentlich noch teurer sein, aber das lässt zur Zeit der Markt nicht zu. Vom Preis einer konventionellen Schokolade kommen nur 6 Prozent des Preises bei dem/der Bauern/Bäuerin an – das sind 7,14 Cent (!!) bei einem Tafelpreis von EUR 1,19.

Fair gehandelter Kakao mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel stammt von 122 Kleinbauernkooperativen aus 19 Ländern weltweit, darunter die Elfenbeinküste, Ghana, Peru, die Dominikanische Republik und Ecuador. Der faire Handel fördert Kakao-Kleinbauernfamilien, die sich in Kooperativen organisiert haben. Die Mitglieder sind direkt und demokratisch an allen wichtigen Entscheidungen beteiligt. Die FAIRTRADE-Standards beinhalten das Verbot von Zwangsarbeit und ausbeuterischer Kinderarbeit, das Recht auf Versammlungsfreiheit sowie Umweltrichtlinien. Die FAIRTRADE-Prämie wird in dringend notwendige Bildungs-, Gesundheits- oder Umweltprojekte investiert. Die Vorfinanzierung wird ermöglicht und ein Mindestpreis garantiert. Die FAIRTRADE-Zertifizierung für Kakao gibt es bereits seit 1994.

Immer mehr Kakaobauern und –bäuerinnen produzieren biologisch, indem die Anbausysteme verändert werden. Pestizide werden nicht mehr verwendet, Äste und Fruchtschalen dienen nun als natürlicher Dünger. Die Felder sind als Mischkulturen angelegt, auf denen zusätzlich Zitrusfrüchte, Süßkartoffeln und Gemüse für den Eigenbedarf angebaut werden. Naturschutz und der Schutz der Artenvielfalt ist ein Thema. Für den Bioanbau gibt es von FAIRTRADE noch eine zusätzliche Prämie für die Bauern und Bäuerinnen.

Logo Kakaoprogramm

Logo Kakaoprogramm

Neu ist bei FAIRTRADE das Kakao-Programm, das ich bereits im letzten Blogbeitrag vorgestellt habe. Dieses ermöglicht ProduzentInnen, dass im Produkt nur der Kakao aus fairem Anbau bezogen wird, für die anderen Zutaten es jedoch keine Auflagen gibt. Damit konnten z. B. Heindl oder Niemetz als Partner gewonnen werden. Zotter verwendet hingegen zu 100 % FAIRTRADE-zertifizierte Zutaten, wenn es sie gibt. Das Kakaoprogramm ist ein Lösungsansatz, um mehr unter FAIRTRADE-Bedingungen produzierten Kakao auf den Markt zu bringen, denn 40 Prozent des FAIRTRADE-Kakaos müssen zu konventionellen Bedingungen verkauft werden, da es dafür zu wenige AbnehmerInnen gibt. Um das Programm zu veranschaulichen, hat mir FAIRTRADE Österreich folgende Grafik zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Wichtig ist, dass die unterschiedlichen Siegel keinen Unterschied für die ProduzentInnen machen – für sie bleibt alles beim „Alten“. Es gibt nur für die Firmen in den nördlichen Breitengraden unterschiedliche Bewertungskriterien.

 

FAIRTRADE Kakao-Programm_GrafikNun gibt es noch weitere zwei bekannte Gütesiegel, die dir wahrscheinlich schon auf Schokoladeprodukte aufgefallen ist, nämlich einmal das UTZ und einmal das Rainforest-Alliance-Gütesiegel. Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass ein Gütesiegel besser ist als gar keines, jedoch zahlt es sich aus, genau hinzuschauen!! UTZ wird von der Industrie mitgetragen – dessen Unabhängigkeit kann man sich also schon denken. Das Ziel ist, über Produktionssteigerungen höhere Einkommen für Bauern und Bäuerinnen zu generieren. Die Rainforest Alliance wird über Spenden finanziert und setzt hohe Umweltstandards – soziale Standards spielen aber keine Rolle. Beide Gütesiegel mischen sich nicht in die Preisgestaltung ein, weshalb ein Mindestpreis, wie er durch die FAIRTRADE-Zertifizierung garantiert wird, keine Rolle spielt. Alle 3 Gütesiegel garantieren aber eine Rückverfolgbarkeit und halten definierte Normen ein. Dies ist positiv herauszustreichen. FAIRTRADE hat hingegen einen umfassenden politischen Auftrag und ist somit mehr, als nur ein Gütesiegel. Ziel ist nämlich die Änderung und Aufbrechung von Markstrukturen, weshalb ich persölich dem FAIRTRADE-Gütesiegel den Vorzug gebe.

It´s easy being green – Just do it!                 

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!                              

Quellen:

FAIRTRADE Österreich (Herbst/Winter 2014): Kakao-Zeitung. Die fairen Schokoladenseiten., Zotterbesuch am 28.11.2014, Infos zur Kampagne Make Chocolate Fair!, übermittelt per E-Mail von Bernhard Zeilinger

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