Willkommen im Haupt´schen Sackerl“paradies“

Hast du dir schon einmal die Mühe gemacht, alle Sackerl, die in deinem Haushalt leben, zu zählen? Nein? Ich würde es dir empfehlen. Seit sehr langer Zeit schon, versuchen wir Sackerlzuwachs zu vermeiden – ganz egal ob aus Papier, Recyclingmaterial, Maisstärke oder Plastik. Und jetzt habe ich sie mal gezählt, um einen Überblick davon zu erhalten. Ich war geschockt, denn wir besitzen insgesamt 104 (!!!) Sackerl.

Davon:

Sackel, soweit das Auge reicht

Sackel, soweit das Auge reicht

  • 17 Stoffsackerl (8 davon sind GOTS und/oder FAIRTARDE-zertifiziert)
  • 3 Gefriertaschen
  • 6 diverse Sackerl
  • 17 kleine Papiersackerl
  • 8 Geschenksackerl (6 klein, 2 groß)
  • 9 normal große Papiersackerl
  • 5 Ikeataschen
  • 13 Plastiksackerl (3 davon aus recycelten Material)
  • 15 diverse Plastiksackerl11
  • 11 Obstsackerl

Ganz klar ist: so viele Sackerl braucht kein Mensch. Ich habe nach der Bestandsaufnahme auch ordentlich aufgeräumt. Was mach ich mit dem Rest?

Sackerl aus Papier

Die Papiersackerl, vor allem die kleinen, verwenden wir immer wieder, wenn wir zum Biomarkt in der Lange Gasse gehen, ich die bestellten Lebensmittel bei Essenswert abhole oder bei Hase und Igel einkaufen bin. Somit sammeln wir nicht weiter. Nachschub erhalte ich meist von Feinkoch, die die Zutaten für die hervorragenden Gerichte auch immer in Papiersackerln verpacken – da hab ich meist alle Sackerl schon für Hase und Igel, das sich auch kurz vor Feinkoch in der Theobaldgasse befindet, aufgebraucht. Und nach einigen Durchgängen sind diese Papiersackerl leider zu entsorgen. Mit den größeren Papiersackerl spielen unsere zwei Samtpfoten total gerne, weshalb wir ihnen liebend gerne die Sackerl als Spielzeug zur Verfügung stellen.

…die bösen aus Plastik

Die Plastiksackerl sind ein Altbestand. Diese verwerten wir, wenn wir wieder mit dem Motorrad unterwegs sind und unsere Kleidung vor dem Regen schützen müssen, denn unsere Koffer sind nicht ganz so wasserdicht, wie man/frau meinen würde. Nachwuchs entsteht hier eher unabsichtlich, indem wir z. B. etwas geschenkt bekommen, das in einem Plastiksackerl überreicht wird und sogar dann versuche ich, das Plastiksackerl sehr schnell wieder los zu werden, indem ich es dem/der SchenkerIn wieder aufs Auge drücke.

Obstsackerl  versuche ich zu vermeiden, so gut ich kann. Leider ist manches Gemüse, z. B. ein nasser Salat, schwer ohne Obstsackerl zu transportieren, außer man/frau macht der Dreck nichts aus und er/sie steht auf nasse Klamotten. Meine Methode, um der wahnwitzigen Obstsackerlsammelorgie zu entkommen: ich hab immer ein Obstsackerl eingesteckt und verwende es mehrmals – also bis es reißt. Und was ich kann, lege ich lose auf das Förderband – auch Äpfel. Dafür eigenen sich leider nur sehr wenige Obstsackerl, da die meisten so dünn sind, dass sie nach der ersten Verwendung zum Schmeißen sind. Weh tut es mir, wenn Personen bei der Kassa ihren gesamten Einkauf in Obstsackerl verpacken. Lachen muss ich, wenn es ihnen nach den ersten Schritten reißt. Geiz wird eben bestraft. Und in dieser Angelegenheit habe ich überhaupt kein schlechtes Gewissen, wenn ich schadenfroh bin.

Die Taschen für Gefriergut verwenden wir schon seit mehreren Jahren. Es kommt selten vor, dass wir einen weiten Weg mit (Tief)Kühlkost zurück  legen müssen, aber wenn, z. B. Fisch vom Biomarkt in der Lange Gasse, dann nehmen wir eine Tasche mit.

Die Ikeataschen haben einen hervorragenden Dienst beim Umzug geleistet und sind hin und wieder ganz praktisch, um größere Gegenstände zu transportieren. Wenn du mal welche brauchst, kannst du sie gern bei uns ausleihen.

Sackerl aus Baumwolle – ressourcenintensiv, jedoch langlebig

Tja, und auch bei den Baumwollsackerl versuche ich mich in Enthaltung, obwohl es mir verdammt schwer fällt, wenn es wieder ein Sackerl mit tollem Print/Spruch gibt und es zertifiziert ist. Stoffsackerl ohne Zertifikat, wie z. B. letztens von der Umweltberatung, nehme ich nicht mit, auch wenn sie gratis wären. Mittlerweile soll aber auch die Umweltberatung Wien umgestiegen sein, das muss ich aber erst prüfen. Die Stoffsackerl halten beinahe ewig. Ich selbst bin immer mit 3 Sackerl ausgestattet, um eben eine neue Sackerlflut zu vermeiden. Und ja, meine Handtasche hält das aus 😉 . Alte Sackerl verwenden wir bei Gelegenheit dann noch als Putzfetzen, bevor sie entsorgt werden.

Meine Sackerl-Grundausstattung

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Diese besteht also aus 3 Stoffsackerl (2 davon zertifiziert und eines, das grüne, ist im Miniformat zusammengelegt) und einem bis zwei Obstsackerl. Damit bin ich hervorragend für jeden Einkauf ausgestattet und kann in 99 Prozent der Fälle ein Sackerl ablehnen. Sobald der/die VerkäuferIn die Hand Richtung Sackerl bewegt, sage ich „Nein, danke!“. Liegt es trotzdem vor mir, sage ich noch einmal, dass ich keines benötige und packe die Dinge in mein Stoffsackerl. Obacht ist vor allem in Apotheken oder bei Müller angesagt, die sackerln schneller, als man/frau schauen kann. Was auch hervorragend hilft, ist mein FAIRTRADE-Button, den ich meist auf meiner Jacke befestigt habe. Der fällt auf und mehrere Menschen haben mich schon darauf angesprochen. Das tollste Erlebnis, was ich damit hatte: Eine Verkäuferin von „Der Mann“ stellte die obligatorische Frage nach einem Sackerl für mein Weckerl und ergänzte: „Aber bei dem Butten vermute ich, dass Sie keines benötigen. Find ich gut, dass Sie das so tragen – sieht man gleich.“

Auch wenn sich Sackerl nicht ganz vermeiden lassen, versuchen wir die Anzahl wirklich auf ein Minimum zu reduzieren. Und es gelingt ganz einfach mit ganz kleinen Abänderungen im eigenen Verhalten und dem Bewusstmachen. Also: Zählst du schon oder liest du noch? 😉

 

PS: Sackerl gibt´s übrigens auch in Upcycling-„Qualität“:

Upcycling-Tasche aus Kaffeeverpackung

Upcycling-Tasche aus Kaffeeverpackung

4 Gedanken zu “Willkommen im Haupt´schen Sackerl“paradies“

  1. Ich achte auch darauf, dass wir keinen Zuwachs bekommen und selbst Papiertüten verwende ich wieder. Aber für eines habe ich noch keine Lösung: Mülltüten…… Auch wenn ich unfreiwillig erhaltene Plastiktüten oder das Plastik, in dem die Klopapierrollen verpackt sind, als Mülltüten benütze, reicht es nicht…. hast Du Ideen? LG Miss Sunscreen

    • Also bei Mülltüten muss ich bei aller Liebe zur Nachhaltigkeit gestehen, dass ich hier den Komfort vorziehe. Sie müssen reißfest sein, damit ich keine Spur von der Wohnung im 3. Stock zum Müllraum ziehe. Für den Biomüll hab ich kompostierbare Tüten von verschiedenen Firmen probiert, die waren aber meist beim Zugband von vorne herein gerissen und dafür dann zu teuer. Außerdem haben sie im Mülleimer ziemlich stark kondensiert, was zu einem schnelleren Reißen geführt hat. Somit hab ich wieder ein Plastiksackerl gebraucht, um die „Fracht“ sicher in den Müllraum zu bringen. Die Papiertüten für Biomüll sond in Ordnung, passen aber bei ins nicht in den Eimer. Ich überleg, einen kleineren Eimer für den Biomüll anzuschaffen, der ohne Tüte auskommt. Das war’s aber dann auch mit der Müllentsorgung vorm Arbeitengehen. Kurz zusammengefasst: ich hab on dem Bereich leider noch keine Idee, schreibe aber auf jeden Fall darüber, sollte mir was dazu einfallen oder ich etwas Brauchbares entdecken. Lg Sabrina

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