Über Bobos und Lohas

Erst vor einigen Monaten ist mir diese „Definition“ von Menschen auf fb untergekommen. Erst vor wenigen Wochen habe ich gemeinsam mit einer lieben Arbeitskollegin bei einem Bierchen die Begriffe gegoogelt, weil wir irgendwie auf das Thema zu sprechen kamen und versuchten natürlich herauszufinden, zu welcher „Spezies“ wir gehören. Gerade jetzt habe ich im Rahmen meiner Recherche festgestellt, dass diese Begriffe bereits 2009 die Runde in den Medien machten. Du siehst, so eine Einteilung von Menschen und ihren Gewohnheiten lassen mich ziemlich kalt, dennoch möchte ich dem Thema einen kurzen Beitrag widmen.

Im openmindjournal findet sich von Thomas Jakl folgende Erklärung der Gruppierungen:

Die Lohas leben den Lifestyle of Health and Sustainability, achten auf Umwelt und Gesundheit. Sie kaufen ökologisch und ethisch korrekt ein, und denken über ihr Verhalten als Verbraucher nach.

Die Bobos jedoch, die Bourgeoise Bohemiens, wollen zwar umweltbewusst leben, konsumieren allerdings unreflektiert und trendgesteuert, erklärt Thomas Jakl. Ihnen gehe es mehr ums Anderssein und Schicksein, um elegante Produkte und Individualität. Es gehe aber nicht so sehr um eine Identifikation mit der Umwelt und der Ökosphäre, sondern sei eine hedonistisch-genießerische Lebensweise. Die Bobos leben eine sehr oberflächliche Nachhaltigkeit […]

Tja, soviel dazu.  Was sich seitdem verändert hat? Ich scherze zum Beispiel darüber, dass ich im neuen Bobo-Viertel des 10. Wiener Gemeindebezirks lebe (Sonnwendviertel). Denn es gibt MitbewohnerInnen in unserem Haus, die zwar brav Bio-Milch oder FAIRTRADE-Saft konsumieren und dann die Tetra-Packs einfach im Altpapier entsorgen. Ich bin dann der Depp, der die da wieder rauszieht, sich ärgert und in die Ökobox packt. Rekord waren einmal 12 Stück. Oder die Ökobox wird eine Woche vor dem Abholtag im Stiegenhaus gelagert, obwohl jede(!) Partei einen Balkon besitzt. Wie kommen die anderen dazu, jeden Morgen der ranzigen Milch in diesen Boxen zu begegnen? Und da denk ich mir doch oft: das können nur Bobos sein… Einige Tage nach dem Gespräch mit meiner Arbeitskollegin machte ich einige Bobos aus, mit diesem „Spielchen“ habe ich aber schnell wieder aufgehört.

Das passiert eben, wenn Menschen und ihre Verhaltensmuster in Gruppen eingeteilt werden und ich finde das nicht gut. Ich bin kein Loha, denn ich bin ich. Meiner Meinung nach, tut jede/r sein/ihr (un)Möglichstes, um seinen/ihren Beitrag zur Gesellschaft und zum Umweltschutz zu leisten. Geprägt durch Erziehung, Ausbildung und persönlicher Lebenseinstellung – ganz egal, welcher Gruppe er/sie angeblich angehört.

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über deinen Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

 

2 Gedanken zu “Über Bobos und Lohas

Kommentar verfassen