ich mach es anders

Weihnachtsmenü einmal anders

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Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe sondern auch des Schlemmens. Die Fressorgien haben unterschiedliche Auswüchse, aber ich denke, wir sind uns alle einig, dass über die Feiertage der Kalorienverbrauch über das übliche Ausmaß weit hinaus geht. Neben dem üblichen Weihnachtsessen mit der Familie gibt es Kekse in Hülle und Fülle und dann auch noch den essbaren Christbaumbehang. Gar nicht zu reden von den dargebrachten Kochleistungen von Verwandten, denen man/frau jährlich zumindest zu Weihnachten einen Besuch abstattet. Ist Weihnachten einmal vorüber, geht es zu Silvester ähnlich weiter und der Neujahrsvorsatz lautet dann wieder einmal: „ich muss abnehmen“. Bei mir kommt zusätzlich hinzu, dass mein Geburtstag am Jahresbeginn angelegt ist und zumindest ein Stück Torte wieder den Weg in meinen Magen findet. Dieser kurz skizzierte Weg zeigt deutlich, dass wir uns in weiten Teilen Europas in einer Überflussgesellschaft befinden. Wir essen, bis uns schlecht ist. Nun möchte ich niemanden davon abhalten, dies zu tun, jedoch möchte ich einen kleinen Input leisten, um es in Bezug auf Lebensmitteln anders zu tun. Da wäre erstens der Fleischkonsum. Ich selbst verzichte nicht auf Fleisch, esse jedoch weniger und dafür bewusster. Wie der Ökostandard im November berichtet, hat die Fleischproduktion konventioneller Landwirtschaft eine ungünstige Klimabilanz. Futtermittelherstellung, Viehzucht, Transport und Kühlung verursachen 27 Kilo CO2 bei einem Kilo Fleisch. Mit dem Vorsatz „regional, saisonal und biologisch“ ist ein großer Schritt getan. Bio-Geflügel verursacht laut Bio Austria z. B. um 50 % weniger CO2-eq/kg Fleisch.

Der Karpfen zählt zu den ökologisch am unbedenklichsten Fischarten zur Weihnachtszeit, vor allem, wenn er aus biologischer Fischzucht stammt. Sie müssen bei der Aufzucht nämlich nicht mit Fischmehl gefüttert werden – sie ernähren sich von Plankton und Insekten. Laut WWF-Fischeinkaufsratgeber fallen auch Forelle, Wels und Saibling aus österreichischer Biozucht in den „grünen“ Bereich. Lachs sollte aus Wildfang und aus den Gewässern um Alaska stammen. Gar nicht gehen Makrelen und Sardinen aus dem Mittelmeer sowie Thunfisch, Scholle und viele Schrimp- und Garnelenarten.

Zum Totschlagargument „Bio ist so teuer“ möchte ich jedem/jeder von euch ans Herz legen, gerade zu Weihnachten die etwas teurere Bio-Alternative auszuprobieren. Nur mal, um zu sehen, ob das Geschmackserlebnis den Preis wert ist. Und ich kann euch sagen, dass ihr die Frage mit „JA“ beantworten werdet. Ganz abgesehen davon, dass das Viecherl trotzdem ein kurzes, jedoch schöneres Leben hatte, bevor es auf deinem Teller landete.

Beim Gemüse sollte zu den Klassikern wie Kartoffeln, Kraut und Kürbis gegriffen werden. Verfeinert mit Schwarzwurzel, Trüffeln oder Austernpilzen wird jedes Gericht ein Festtagsmenü. Oder es findet sich im Tiefkühlfach noch Gemüse vom Sommer/Herbst. Uncool sind hingegen importierte Waren wie z. B. Spargel, Mango oder Erdbeeren, da – egal ob bio oder nicht – diese Lebensmitteln wegen der Verderblichkeit meist eingeflogen werden. Und das muss ja nun wirklich nicht sein.

Und nun noch zu den Süßigkeiten: die nachhaltigsten Kekse sind bestimmt die selbst gemachten, vor allem, wenn sich Bio-Zutaten wie Mehl, Bourbon-Vanille oder Zimt aus dem Weltladen darunter mischen oder sie rein daraus bestehen – das ist heutzutage nämlich schon möglich. Aber wie tun, wenn man/frau selbst, wie ich, keine Kekse bäckt? Entweder bei Mutti mit schnorren, oder beim Einkaufen darauf achten, was im Körbchen landet. Das Bio- und/oder FAIRTRADE-Gütesiegel bietet dafür eine gute Orientierungshilfe. FAIRTRADE ist in diesem Fall vor allem bei Schokolade federführend.

Wird dennoch zu viel serviert, sollte eingefroren bzw. restelverwertet werden. Obgleich der Leitspruch „weniger ist mehr“ von vorne herein an diesen Tagen bestimmt auch nicht schadet.

It´s easy being green – Just do it!

Quelle: Grünes Weihnachtsmenü: Karpfen ohne Gewissensbisse, Ökostandard November 2014, Ö3.

 

 

 

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