Vom Aussterben der Mehrweggebinde

An einem Samstag brachten wir einige Bierflaschen zum Flaschenautomaten eines Supermarktes. Was mir dort ins Auge stach, gefiel mir gar nicht: Heineken  stellte die Flaschen von Mehrweg auf Einweg um. Ein Pickerl (siehe Foto) zeigt den Konsument_innen die Unterschiede, um Ein- von Mehrweg unterscheiden zu können. Dieses Vorgehen widerspricht meinem Verständnis von weniger Ressourcenverbraucht. Die Stadt Wien hat eine Kampagne zum Thema weniger Mist gestartet und macht auch Mehrweg „Mit Mehrweg in die Zukunft!“ zum Thema. Durch Mehrweg wird eine ganze Kette an positiven Effekten ausgelöst: weniger Ressourcenverbrauch, weniger Energieeinsatz und Müllvermeidung. Umso unverständlicher ist das Vorgehen der Brauunion bei den Heineken-Flaschen, vor allem, weil es ein Ökobonusmodell für Mehrweggebinde gibt. Offenbar ist das aber noch immer zu wenig, um Unternehmen davon abzuhalten, wieder auf Einweggebinde zurück zu gehen. Natürlich habe ich bei der Österreichischen Brauunion bzgl. einer Stellungnahme angefragt. Folgende Begründung habe ich erhalten:

Wie Sie sicher wissen ist Heineken ist eine globale Marke. Die Heineken 0,5l Flasche war ursprünglich ein Mehrweggebinde. Leider haben die meisten Konsumenten diese Flasche nicht zurückgegeben sondern entsorgt. Wir hatten dadurch einen sehr hohen Gebindeverlust und Glaskosten für eine Mehrwegflasche, die vom Konsumenten wie eine Einweg behandelt wurde. Deshalb haben wir auf leichteres Einweg Glas umgestellt. Bei unseren österreichischen Marken ist 0,5l MW nach wie vor ein sehr wichtiges Gebinde!

Sehr schade finde ich, dass keine Kampagne pro Mehrweggebinde gestartet wurde, sondern gleich der Weg zur Einwegflasche gewählt wurde. Es wurde wieder einmal der einfachere Weg gewählt – auch wenn es auf Kosten der Umwelt geht. Auf diese Anregung hin habe ich keine Antwort mehr erhalten.

Zu begrüßen sind die Vorgehensweisen wie z. B. von Pfanner: Von Pfanner gibt es den FAIRTRADE Orangensaft auch in der 1 Liter Mehrwegflasche. Auch die eine oder andere Mineralwasserflasche ist noch ein Mehrweggebinde, ansonsten hat PET die Überhand. Das Argument, dass Glasflaschen schwerer sind, kann ich nicht abstreiten, aber es gibt tolle Möglichkeiten, trotzdem Getränke in Mehrwegfalschen zu erhalten. Zum Beispiel liefert der Biohof Adamah alle Getränke in Mehrwegflaschen. Oder wir haben z. B. unser Transportwagerl für schwere Gegenstände wie Getränkekisten oder Pakete. Es geht alles, wenn man/frau nur möchte. Für die Trinkfalsche für unterwegs gibt es mittlerweile schon tolle Alternativen zur PET-Flasche wie z. B. ECOtanka oder THERMOtanka vertrieben von kwopen, die Ökoflasche von Tupperware oder die klean kanteen-Flaschen. Vergiss nicht: die Plastikpartikel von PET-Flaschen reichern sich in den Flüssigkeiten über kurz oder lang an!

It´s easy being green – Just do it!

Heineken: vom Mehrweg zum Einweg

Heineken: vom Mehrweg zum Einweg

 

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