Wirf nix weg – Ein Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung

wirf nix weg – unser Hausmüll frei von Lebensmitteln – diese Plattform ist meiner Meinung nach schon lange überfällig. Die Initiative beschäftigt sich, wie schon im Titel steht, mit unserem Wegwerfverhalten, welches so was von absurd ist. Abgesehen von den Unmengen an Lebensmitteln, die im Business weg geschmissen werden, kommt in jedem Haushalt eine ganze Menge zusammen, nur fällt es nicht so auf, da es jeden Tag ein bisschen was ist.Mithilfe wirf-nix-weg werden Daten über die Verschwendung von Lebensmitteln gesammelt, indem Daten in ein (online-)Tagebuch eingetragen werden. Alle Teilnehmenden werden darüber informiert, dass die Daten weiter gegeben werden, da bislang kaum Daten über das Wegwerfverhalten von Lebensmitteln vorhanden sind. Ich kenne den Initiator Thomas Fischer persönlich und lege meine Hand für ihn ins Feuer, dass es ihm um die Sache geht. Ich finde es großartig, dass Transparenz für ihn kein Fremdwort ist.

Es gibt, wie schon erwähnt, einerseits das online-Tagebuch, um das einzutragen, was weggeworfen wurde. Es hat neben der Datenerfassung auch den Effekt des Bewusst-Machens. Toll ist die Gesamtrechnung am Ende – es wird angeführt, wie viele Stück Lebensmittel mit welchem Gewicht und in welchem Wert weggeschmissen wurden. Zukünftig wird es auch eine App geben, auf die ich schon sehr gespannt bin. Testbericht folgt.

Was aber die, Meiner Meinung nach, hervorragendste Wirkung zeigt, ist die altbewährte Variante – nämlich die Liste direkt auf den Kühlschrank picken und die Menschen dazu auffordern, gleich mit Kuli oder Blei einzutragen, was sie gerade im Müll entsorgt haben. Ich habe in meinem Umfeld (in der Arbeit und privat) festgestellt, dass, sobald diese Liste hängt, die Personen eine gewisse Scheu davor entwickeln, die weggeworfenen Lebensmittel einzutragen und es da eine Hemmschwelle zu überwinden gibt. Steht jedoch das erste Lebensmittel drauf (natürlich hab ich den Anfang gemacht), rennt das Ganze. Und glaub mir, wenn das Essen dann schon beinahe Füße bekommt, weil sich niemand darum kümmert, was drauf wächst und wuchert, findet sich in diesem Stadium bestimmt jemand, der/die den Kühlschrank vor vergammelten Lebensmitteln befreit.

Oder man/frau beginnt sich zu rechtfertigen – z. B. wenn die Verpackung vom Feta ein kleines Loch hat und der Käse schon beim Öffnen verschimmelt ist – mit „aber da können wir nix dafür“. Stimmt, aber trotzdem wird es weg geschmissen. Oder noch ein Erlebnis: Im Büro wurde Kaffee über Butterbrot verschüttet  (ich war nicht da), eine Kollegin wollte die Entsorgung verheimlichen, die andere bestand auf das Eintragen der nicht mehr verwertbaren Lebensmittel in die Liste. Am Folgetag wurde mir etwas reumütig davon berichtet – ich fand es jedenfalls amüsant 😉 Es hat sich bei uns in der Blümelgasse also bereits eine kleine Challenge entwickelt, was mich sehr freut. Vor allem bin ich gespannt, ob nach einigen Monaten noch immer die Meinung vorherrscht, dass wir im Büro kaum etwas weg schmeißen. Das war nämlich Grundtenor, als ich damals im Jour Fixe die Initiative vorgestellt habe und darum gebeten habe, dass alle mitmachen. Die Endabrechnung wird es uns zeigen.

Meiner Meinung nach wird mit dieser Variante die Bewusstseinsbildung am stärksten betrieben und es macht irgendwie Spaß, sein Umfeld dabei zu beobachten; klingt blöd, ist aber so. Und das Wegwerfen von Lebensmitteln wird damit tatsächlich ein Thema. Früher habe immer nur ich gepredigt, dass das Lebensmittelmanagement verbessert werden muss, sobalg etwas im Müll landete – mittlerweile vertrete nicht nur ich diese Meinung und das ist schön. Die Tätigkeit des Eintragens in die Liste regt auch die Diskussion über das Thema an. Das Nachtragen ins Online-Tagebuch – was eben bei der Papiervariante notwendig ist – mache ich mit großem Vergnügen. Wichtig ist halt auch hier, wie in so vielen anderen Bereichen, dass es eine/n Leitwolf/Leitwölfin gibt, die das Ganze in die Hand nimmt.

Mach den Selbsttestmach mit und schau selbst, wie dein Umfeld auf die Liste am Kühlschrank reagiert – egal ob daheim oder im Büro. Über eure Berichte würde ich mich sehr freuen!!

It´s easy being green – Just do it!

7 Gedanken zu “Wirf nix weg – Ein Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung

  1. Im Studium haben wir Bilder einer Hausmüllanalyse gesehen. Dabei wurden jede Menge noch verpackte Lebensmittel gefunden, die auf jeden Fall essbar gewesen wären.
    Ich sehe mir gleich mal die Website an.

    • Ich habe ein Jahr bei einer Supermarktkette gearbeitet und fast geheult, als wir die Lebensmittel, die gerade mal einen Tag abgelaufen waren, in den Müll schmeißen mussten. Selbst durften wir sie nicht essen, weil das unter Diebstahl fiel…

      • Ich habe gehört, dass manche Supermärkte oder Bäckereien die überschüssigen Lebensmittel für wohltätige Zwecke spenden. In meiner Heimatstadt gibt es auch einen Bäcker, der unter dem Motto „Gutes von Gestern“ ältere Backwaren verkauft.

        • Ja, diese Initiativen gibt es zum Glück mittlerweile. In Wien ist das die Wiener Tafel. Trotzdem wäre noch viel mehr möglich, aber leider gibt es sogar Gesetze, die das verhindern. Z. B. dürfen Hotels oder Caterer nur verpackte Lebensmittel an karitative Einrichtungen spenden.

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