Weihnachten ohne gifitge Materialschlacht

… betitelt der Standard einen Artikel im ÖkoStandard vom 16.11. und kam mir etwas zuvor, denn mein Ziel war es, 4 Wochen vor Weihnachten genau zu diesem Thema einen Blogbeitrag zu verfassen. Und voilá – hier ist er. Einen nachhaltigen Adventkalender habe ich bereits vorgestellt und nun geht es in die zweite Runde. Auch das Weihnachtsfest inkl. dem gesamten Drum-Herum kann einen nachhaltigen Touch haben, ohne dass jemand auf irgendetwas tatsächlich verzichten muss. Es ist eigentlich ganz einfach und tut gar nicht weh. Folgende Bereiche bringen der Umwelt und teilweise aber auch dem Börserl was:

Weihnachtsbeleuchtung

Kerze Hauptbahnhof Wien

Elektrokerze Hauptbahnhof Wien

LED-Lampen verbrauchen 90 Prozent weniger Strom und CO2 gegenüber normalen Glühlampen. Mein Freund und ich spielen dieses Spiel nie mit, da ich persönlich finde, dass es ohnehin schon zu viel Weihnachtsbeleuchtung gibt – und teilweise ist die gar nicht schön (gesehen z. B. im neuen Wiener Hauptbahnhof – siehe Foto rechts). Außerdem stören wir eventuell die Nachbarn, wenn wir Weihnachtsbeleuchtung am Balkon oder am Fenster befestigen, das in allen Farben leuchtet und blinkt. In meiner vor-vorletzten Wohnung hatte ich so einen netten Nachbarn von Gegenüber, der mich wochenlang bis spät in die Nacht mit seiner Weihnachtsbeleuchtung unterhalten hat. Sie blinkte damals nämlich direkt in mein Schlafzimmer rein. Ich schlief ohne vorgezogener Vorhänge, da diese in der damaligen Altbauwohnung riesig waren und ich zu faul war, um sie jeden Tag auf- und zuzuziehen. Also irgendwie doch selber schuld, aber trotzdem war es ein unnötiges Geblinke und Geleuchte.

Kerzen 

Dazu lernte ich etwas im Standardartikel: Ich wusste nämlich nicht, dass 95% aller Kerzen aus Paraffin erzeugt werden. Und ich habe mir auch noch nie Gedanken darüber gemacht, woraus Kerzen eigentlich sind. Dieses Teufelszeug wird aus Erdöl hergestellt und ist wesentlich günstiger als seine Alternativen. Dazu zählen Kerzen aus Bienenwachs (gibt es z. B. bei Wald und Wiese) und sogenannte Stearinkerzen (aus Pflanzen- und Tieröl). Von zweiter Möglichkeit habe ich noch nie gehört und ich stelle es mir ein wenig grauslig vor, Schmalz am Weihnachtsbaum anzuzünden. Deshalb tendiere ich persönlich zu Bienenwachskerzen. Denn die sind nicht nur nachhaltig sondern riechen auch noch extrem gut – und sie rußen nicht so wie die Parrafinkerzen.

Lametta und sonstige Deko

Auch über dessen Materialien habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, weil es glitzert halt schön und peppt den Christbaum schön auf. ABER: Die verwendeten Materialien Blei, Aluminium und/oder Kunststoff sind für mich nicht sehr sexy. Mich stört es nicht, es wegzulassen, denn für unsere Mietzen ist Lametta ohnehin nur eine Animation, unser Bäumchen abzuräumen. Was auch gar nicht geht, ist die zusätzliche Verzierung der Bäume mit künstlichem Schnee, denn: diese beinhalten zum Teil schwermetallhaltige Pigmente und Binde- sowie Lösungsmittel. Diese verhindern die Kompostierbarkeit der Christbäume voll und ganz und dieses giftige Zeug braucht niemand in seinen vier Wänden.

Als Christbaumbehang eignen sich nachhaltige Materialien wie Stroh oder Stoffe hervorragend. Weiters kann aus Salzteig Christbaumbehang selbst gebastelt werden. Wer es gern ordentlich kitschig aber trotzdem nachhaltig hat, für den/die bieten die Weltläden ein wunderschönes und großes Sortiment an Christbaumschmuck an. Auch unser Bäumchen wird heuer Weltladen-Weihnachtsschmuck tragen.

Glasstern WeltladenStrohstern

Glasstern und Krippenfiguren (Weltladen) und Strohstern (Geschenk von meiner Omi)

 

 

 

 

 

 

Christbäume

Ich hatte jahrelang kein Bäumchen in meiner Wohnung in Wien, da ich während meines Studiums die Weihnachtsferien in der Steiermark verbracht habe. Heuer ist das anders – heuer werden auch wir einen kleinen Baum aufstellen und zwar eine Zimmertanne. Wir haben keine Kinder und selbst nur ein geringes Bedürfnis, unsere Wohnung wie einen Weihnachtsmarkt herzurichten, dennoch wird heuer ein kleines Bäumchen einen Platz finden. Es wird so ausgestattet sein, dass Boris und Ruaßi nicht animiert werden, es umzustoßen oder den Behang zu fressen. Der Vorteil der Zimmertanne: sie kann jedes Jahr als Weihnachtsbäumchen verwendet werden und im Sommer schmückt sie den Balkon. Vor kurzem habe ich ein Teil gesehen, dass an die 1,50 m hoch war – also die wachsen ganz schön in die Höhe. Wer einen „richtigen“ Christbaum aufstellen möchte, dem/der sei ans Herz gelegt, einen Baum möglichst aus der Region und wenn irgendwie möglich aus biologischer Zucht zu beziehen. 10% der Christbäume (insgesamt 2,6 Millionen) werden importiert, da Österreich offenbar zu wenige Bäume bereit stellen kann.

Geschenke

Der Standard bezieht sich in seinem Artikel sehr auf Kinderspielzeug – dies ist jedoch nur ein, aber sehr wichtiger Bereich. Kinderspielzeug aus Billiglohnländern beinhalten oft Schwermetalle, Pestizidrückstände und Weichmacher – all diese Stoffe sollten niemals in die Hände der Kleinsten gelangen. Im letzten Jahr fand das Hamburger Umweltinstitut bei einem Test 600 gesundheitsschädliche Chemikalien in  Spielzeugen. Spielzeug aus Österreich ist zwar wesentlich teurer, jedoch gibt es in Österreich strengere Auflagen und höher Qualitätsstandards. Generell ist meine Devise bei Geschenken: weniger ist mehr. In meiner Familie haben wir uns jahrelang alle gegenseitig beschenkt. Dies hatte den Nachteil, dass es erstens sehr teuer werden konnte, denn unter EUR 20,- findet man/frau kaum tolle Geschenke (bei 5 Familienmitgliedern inkl. Katze war das dann schon ein schönes Sümmchen) und zweitens waren trotzdem die Geschenke oftmals Schrott. Vor einiger Zeit haben wir uns auf das Wichteln geeinigt. Der Vorteil: jede Person schreibt mind. zwei Wünsche drauf. Das hat den doppelten Effekt: der/die Schnker/in schenkt bestimmt das, was sich die beschenkte Person tatsächlich wünscht und der/die Beschenkte weiß trotzdem nicht, welches Geschenk er/sie vom Wichtel bekommt – somit bleibt die Spannung erhalten. Verpackt werden meine Geschenke entweder mit Papier aus dem Weltladen oder Zeitungspapier. Nachhaltiger geht´s noch mit z. B. Jutesäckchen, die können jedes Jahr wieder verwendet werden.

It´s easy being green – Just do it!

Einige Impressionen fairen Weihnachtsschmuckes habe ich noch für dich:

Krippenfiguren aus Ton

Krippenfiguren aus Ton

Engel aus Papier

Engel aus Papier

Filzengerl

Filzengerl

Drahtkugeln

Drahtkugeln

fairer Weihnachtsschmuck

Capizkugeln

Capizkugeln

Krippenfiguren aus Ton

Krippenfiguren aus Ton

2 Gedanken zu “Weihnachten ohne gifitge Materialschlacht

  1. Bitte auch das thema christbaum nicht vergessen! Bei adamah hab ich jetzt auch biobäume entdeckt. Damit wir möglichst viele bäume haben, werden diese oft sehr heftig gespritzt. Zu hause werden dann in der wärme die Pestizide frei. Schlimm wenn man bzw. frau ja den baum für kinder aufstellt….
    Tanne aus dem Norden vermeide ich ja seit jahren aber über bio hab ich noch nie nachgedacht.
    Lg

    • Liebe Babsi,

      vielen Dank für den Hinweis, dass Biohof Adamah Bio-Christbäume vertreibt. Für den Bericht ging sich eine Detailrecherche zum Thema Christbaum leider nicht aus, aber immerhin sind die Bio-Bäume erwähnt. LG Sabrina

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