Sabi läuft… locker weiter

Alle, die mich persönlich kennen, wissen, dass ich bislang eine der unsportlichsten Personen auf dieser Welt war. Der innere Schweinehund war nicht zu bekämpfen und mein Freund hatte es bereits aufgegeben, mich für Sport zu motivieren. Nun war doch tatsächlich meine Arbeit und ein bevorstehendes arbeitsreiches Jahr dafür ausschlaggebend, dass ich mich PRO Sport entschieden habe. In meinem Weihnachtsurlaub am 02. Jänner um 06:00 habe ich mich dazu überwunden, das neu eröffnete Fitness-Center nahe unserer Wohnung auszuprobieren. Ich gebe zu, das wird jetzt nicht nachhaltig geführt und das Personal wird bestimmt ausgebeutet, aber für mich ist es die einzige Möglichkeit, mich ausreichend zu bewegen. Warum? Ich geh um 06:15 dort hin und wäre nicht mein Freund, der zu dieser Zeit auch die Wohnung verlässt, um in die Arbeit zu gehen, würde mich kein Laufschuh dieser Welt sehen. Somit konnte ich meinen inneren Schweinehund besiegen und ich gehe seit über 8 Monaten regelmäßig (ausgenommen Urlaub, weil da kann ich ja länger schlafen und dann ist der innere Schweinehund auch sehr ausgeruht und hindert mich am Sport machen) dort hin, um eine gute Stunde zu schwitzen.

Mich motiviert einerseits das gesteckte Ziel, mit 30 am Wiener Halbmarathon teilzunehmen, damit ich weiß, wofür ich trainiere. Begonnen habe ich mit dem Ziel, überhaupt Bewegung zu machen, um nach einem 8-Stunden-Bürotag die Verspannungen weg zu bringen. Der anderer Grund ist mein über alles geliebter Laufschuh von der Lunge Manufaktur.

Ich bin, wie ich dir schon verraten habe, über das Buch „Ausgegeizt! Wertvoll ist besser – Das Manufactum-Prinzip“  von Uli Burchardt auf die Manufaktur gestoßen und fing an zu recherchieren. Auf ihrer Website las ich, dass Sport Eybl in Vösendorf die Schuhe führt und schon war ich dort. Und: wurde enttäuscht. Als ich den Verkäufer nach dem Laufschuh von Lunge fragte, meinte er zu mir: „Tut mir leid, den mussten wir aus dem Sortiment nehmen, weil der war so schirch und halt auch teuer, dass wir ihn nicht verkauft haben.“ Ich war enttäuscht, denn einen Laufschuh um EUR 200.- wollte ich natürlich vorher probieren. Dem Verkäufer habe ich innerlich jedoch eine Medaille verliehen, denn:

  • er hat nicht versucht, mir einen anderen Schuh anzudrehen (ich vermute, er hat gespürt, dass ich nur diesen einen Schuh haben wollte und sonst keinen)
  • er erklärte mir die Unterschiede zwischen einem Lunge-Schuh und einem Schuh made in Asia und hob die Vorteile des Lunge-Schuhs ganz klar hervor
  • er gab mir zur Info einen Flyer der Lunge Manufaktur mit
  • er ließ mich zwecks der Größe den Trekking-Schuh von Lunge anprobieren – bei mir ist nämlich immer die Frage 38 oder doch 39

Nachdem ich festgestellt hatte, dass Größe 39 besser passt, ging ich auf die Website der Lunge Manufaktur und suchte den für mich passenden Schuh aus – was ein Lotteriespiel für mich als unerfahrene Läuferin war – und bestellte sofort, als ich las, dass bei Nicht-Passen der Schuh zurück geschickt werden kann.

Nach einigen Tagen ungeduldigen Wartens und EUR 200.- weniger auf meinem Konto war der Schuh endlich da und wurde von mir begutachtet. Erste Feststellung: er ist gar nicht so schirch – ok, er gewinnt keinen Schönheitspreis, aber man bzw. frau kann ihn auf alle Fälle anziehen. Dann las ich interessiert die Infobroschüre, die dabei lag. Die Vorteile des Schuhs knapp zusammengefasst:

  • die Schnürsenkel sind gestrickt, d. h. sie reißen so gut wie nicht
  • der Schuh kann nachbesohlt werden, sollte diese einmal abgelaufen sein
  • die Einlage stützt den Fuß in dem Ausmaß, wie er es benötigt
  • angeblich läuft man mit einem Schuh mind. 2.000 Kilometer (da hält er bei mir wahrscheinlich 20 Jahre 😉 )

Nach den ersten Tagen des Eingewöhnens muss ich sagen: ich laufe jedes Mal wie auf Wolken. Im Fitnesscenter freu ich mich noch immer darauf, endlich in den Schuh schlüpfen zu können.

Die Reaktion von Bekannten „poah, der ist aber teuer“ lass ich nicht gelten, denn:

  • der Schuh ist made in Germany (auch die meisten Materialen werden aus Europa bezogen)
  • der Schuh wird handgefertigt
  • die Sohle kann neu aufgezogen werden
  • die Einlage kann getauscht oder gegen eine andere ersetzt werden
  • das Laufgefühl ist hervorragend
  • er ist doppelt genäht
  • Schuhe made in Asia kosten auch schnell mal EUR 100.- oder mehr
  • für Eibl wird nun ein eigenes Modell entworfen 😀 (der Chef von Lunge war angeblich in der Vösendorfer Filiale, um für das vorhandene Problem gemeinsam mit dem Filialleiter und Mitarbeitern eine Lösung zu finden)

Ich gehe davon aus, dass der Schuh eine sehr hohe Lebensdauer haben wird – ich werde euch davon berichten, wenn ihn das zeitliche gesegnet hat, nämlich in 20 Jahren dann 😉 Und beim Laufschuh gilt für mich: er muss nicht schön sein, viel wichtiger ist: ich muss mich darin wohl fühlen und eine längere Lebensdauer und ein damit höherer Preis ist auf alle Fälle gerechtfertigt. Wahrscheinlich kommt mir der Schuh unterm Strich sogar günstiger als Modelle made in Asia. Da ich aber erst einen Laufschuh besessen habe und dieser hauptsächlich für Städtereisen genutzt wurde, hab ich keinen Vergleich. Ist aber eigentlich auch wurscht.

Auch beim Laufen gilt: It´s easy being green – Just do it!

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