ich mach es anders

Entschleunigung – aber wie? Einige kleine, aber wertvolle Tipps

Almreserl am Hafelekar in Innsbruck

Dieses Wochenende fand das Wahlkulinarium der Grünen Wirtschaft statt. Wahl- deshalb, weil wir ab September in den Wirtschaftskammerwahlkampf starten und im Frühherbst nun noch einmal die Gelegenheit genutzt haben, um entspannt Zeit miteinander zu verbringen und wichtige Themen zu besprechen. Kulinarium deshalb, weil neben dem inhaltlichen Programm auch gut gegessen und nett geplaudert wurde. Es ist so schön zu sehen, wenn 50 Personen aus ganz Österreich, die sich zum Teil noch nie gesehen haben, drei wundervolle Tage miteinander verbringen.

Am Freitag behandelten wir das Thema Post-Wachstum . Kurz zusammengefasst: Kernaussage ist, dass das Wachstum bereits seine Grenzen erreicht hat und es andere/neue Wege des Wirtschaftens braucht. Im Denken der Post-Wachstumsökonomie geht es um Reduktion (von Arbeit und Konsum) und um ein Mehr an Zeit und Lebensqualität.

Im Rahmen der Debatte habe ich natürlich nicht vergessen, auf meinen Blog und auf das Buch – meine Bibel – von Uli Burchardt aufmerksam zu machen. Die kommenden Tage diskutierte ich auch zu den Themen Zeit, Arbeit und Reizüberflutung und kam zu dem Schluss, dass ich für mich einen guten Weg gefunden habe, es anders zu tun.

Zu viel Information hemmt die Entschleunigung

Eine Teilnehmerin erzählte mir, dass sie mit zu viel Information konfrontiert ist, und auch aus diesem aber auch anderen Gründen, kein Facebook-Profil hat. Für mich ist Facebook ein gutes Kommunikationsmittel, um auf Dinge aufmerksam zu machen und natürlich zu erfahren, was alte Freunde so treiben, aber ich filter die Informationen ziemlich gut. Ich muss nicht alles wissen, ich muss nicht alles lesen und screene nach für mich relevante Inhalte. Diese Fähigkeit habe ich mir während meines Studiums angeeignet und bin sehr dankbar dafür. Dies passiert auch in anderen Bereichen, z. B. Werbung. Ich registriere und reagiere hauptsächlich auf für mich relevante Themen im Nachhaltigkeitsbereich. Diese Infos werden von mir aufgesogen. Werbung von H&M und Konsorten wird z. B. von mir ausgeblendet.

… und die ständige Erreichbarkeit

Sie erzählte mir auch, dass es sie überfordert, dass ständig E-Mails rein kommen und sie somit nie zur Ruhe kommt. Mein Tipp: Wann E-Mails abgerufen und beantwortet werden, kann im Grunde jede Person für sich entscheiden. Es ist so wichtig darauf aufzupassen, dass man/frau nicht der/die Sklave/Sklavin des eigenen Mobiltelefons wird. Mir passiert es ziemlich oft, und ich bin irgendwie stolz darauf, dass ich in der Früh vergesse, den Flugmodus bei meinem Smartphone zu deaktivieren.

Somit bin ich oft bis zum Abend für niemandem auf dem Privathandy erreichbar. Ich habe keine Angst, dass ich etwas versäume und hätte mich in dieser Zeit jemand angerufen, würde er/sie bestimmt noch einmal anrufen, wenn es wichtig ist bzw. gibt es noch die (mittlerweile etwas altmodische) Möglichkeit, ein SMS zu schicken. Ins Internet steige ich nur sehr selten ein und auch meine Apps aktiviere ich bewusst und bin auf keinen Fall durchgehend online. Die neuen sozialen Medien bieten viele tolle Möglichkeiten, um in Kontakt zu treten, jedoch bin ich immer noch der Meinung, dass gute Freundschaften mithilfe persönlicher Treffen gepflegt werden müssen.

Wenn die Arbeit ruft

Beruflich bin ich natürlich auf meinem Handy erreichbar, wenn auch nur innerhalb der Bürozeiten. Am Ende des Tages wird es abgedreht, in der Lade verstaut und erst am nächsten Morgen wieder aufgedreht (ich gestehe, auch da vergess ich manchmal einfach – aber es gibt ja zum Glück noch das gute alte Festnetz). Die E-Mails werden von mir natürlich auch ständig gelesen. Vorgenommen habe ich mir jedoch, sie nicht, wie bisher, sofort zu beantworten bzw. abzuarbeiten, sondern sie etwas ruhen zu lassen. Damit entschleunige ich meine Arbeitsweise und hoffentlich auch jene meines Gegenübers.  Natürlich wird priorisiert, aber einige Themen dürfen auch ein wenig ruhen. Es ist bereits interessant zu beobachten, wie Menschen darauf reagieren, denn sie sind es von mir nicht gewöhnt, dass ich verzögert reagiere. Ich lebe nun jedoch stressfreier und leite, meiner Meinung nach, trotzdem gute Arbeit.

Zeit hat mensch nicht…

Zum Thema Zeit noch zum Abschluss eine generelle Weisheit, die bestimmt jede/r kennt, die man/frau sich jedoch häufiger her holen sollte: Zeit hat mensch nicht, Zeit nimmt mensch sich!

Die Menschen heutzutage sind gestresst, überfordert und genervt von ihrem Umfeld, der Welt und auch von sich selbst. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man/frau darüber nachdenkt, was für eine/n selbst gut ist, was es zur eigenen Entschleunigung braucht. Auch das sind Bereiche der Nachhaltigkeit – man/frau tut sich selbst etwas Gutes und darauf darf auf keinen Fall vergessen werden. Es geht, wenn jede/r einzelne zu sich selbst ehrlich ist, im Leben nämlich um wichtigere Dinge als Wachstum, Arbeit und Geld.

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