ich mach es anders

Lebensmittelbeschaffung

Eine kleine Anekdote vorweg: Ich erzähle einerseits einer Bekannten aus meinem Heimatort und meiner Cousine, wie und von wo wir unsere Lebensmittel beschaffen. Eine Reaktion war: „Echt, in Wien gibt es Bauern und Bäuerinnen?!“, die zweite war: „Ihr lebt bewusster und gesünder, als wir am Land, denn bio ist bei uns kein Thema.“

Starte mit Lebensmitteln deinen Weg in die Nachhaltigkeit

Vorweg ist zu sagen, dass ich der Meinung bin, dass der bewusste Umgang und Konsum von Lebensmitteln der einfachste Einstieg für eine nachhaltige Lebensweise ist. Dies beginnt beim Einkauf und endet beim Verwerten von Lebensmitteln. Regional und saisonal sowie Bio und fair gehandelt sind meine Prämissen beim Einkauf, frisch zubereitet und nix wegschmeißen beim Verwerten. Müll wird versucht zu vermeiden, was eine der größten Herausforderungen darstellt.

Reduktion von Müll und Fleisch

Entsorgen wir doch einmal Lebensmittel im Müll, hört mein Freund von mir: „Wir müssen unser Lebensmittelmanagement wieder verbessern, denn so geht das nicht.“ Mittlerweile sind wir schon sehr gut darin. Was wir über die Zeit auch geschafft haben, weil wir uns mit dem Thema Lebensmittel intensiver beschäftigt haben, ist die Reduktion des Fleischkonsums. Wenn es bei Fleisch gibt – das ist ein bis zwei Mal pro Woche der Fall, ist es aus biologischer Tierhaltung (ausgenommen, ich kaufe bei Feinkoch ein, aber hier sind zumindest die Lieferanten und Haltungsbedingungen bekannt oder es gibt Fleisch, wenn wir zum Essen eingeladen sind). Für diese Lebensweise gibt es sogar das neumoderne Wort „Flexitarier“ habe ich von meiner lieben Arbeitskollegin erfahren, aber ich verwende es nicht.

Warum Bio die bessere Wahl ist

Biologische Anbaumethoden und Tierhaltung kommen nicht nur der Umwelt zugute, sondern auch dem/der KonsumentIn selbst. Böden werden umweltschonend bearbeitet, der Einsatz von synthetisch-chemischen Pflanzenschutzmitteln ist tabu, jährlich wechselnde Fruchtauswahl ist Usus, Schädlinge werden mit natürlichen Feinden oder Pflanzenbrühen bekämpft und nur im äußersten Notfall wird „Chemie“ verwendet. Tiere werden so gut wie möglich artgerecht gehalten, haben Ausgang ins Freie, Krankheiten werden homöopathisch oder pflanzlich behandelt. Nur in schlimmen Fällen dürfen konventionelle Präparate verwendet werden, dann hat der/die Bauer/Bäuerin jedoch sehr strenge Auflagen einzuhalten. Mehr dazu und auch zu den zahlreichen Gütesiegeln im Biobereich gibt´s im Buch „Bio drauf, Bio drin?“ von Annette Sabersky.

…und trotzdem gibt´s Kritik, die berechtigt ist

Die Kritik, dass nicht Bio drin ist, wenn Bio drauf steht, kennen bestimmt viele oder haben viele schon verwendet. Natürlich gibt es in diesem Bereich Skandale, wie auch in vielen anderen auch. Und natürlich bin ich enttäuscht, komme ich drauf, dass nicht das drin ist, was drauf steht, aber: ich vertraue auf Gütesiegel, da die Chancen höher sind, das zu bekommen, was drauf steht und Kontrollen durchgeführt werden. KonsumentInnentäuschung ist leider in allen Bereichen vorhanden. Mein Papi verwendet gerne das Beispiel vom Biowinzer, der einen konventionellen Winzer als Nachbarn hat und sich aufgrund der Windverhältnisse das Spritzen erspart. Ja, diese Fälle gibt es, jedoch ist im Gesamten eine Biolandwirtschaft bei Weitem nachhaltiger als der konventionelle Anbau, da der Einklang zwischen Mensch, Tier und Natur bewusst gelebt wird.

FAIRTRADE

Bei Lebensmitteln, die nicht in unserer Region angebaut werden, wie z. B. Bananen, Ananas, Reis, Schokolade etc., achte ich besonders darauf, dass sie das FAIRTRADE-Gütesiegel tragen. FAIRTRADE garantiert faire Preise für die ProduzentInnen und auch ordentliche Anbaumethoden und Schutz der ArbeiterInnen. Mehr Infos dazu gibt´s unter www.fairtrade.at

Natürlich gibt es auch dazu viel Kritik, aber ich sage immer: Nobody is perfect, aber es ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ich konsumiere so fair wie mir möglich, weil ich davon überzeugt bin, dass der Impact ein großer ist.

Der Preis ist für mich und meinen Freund bei Lebensmitteln sekundär, denn wir leben bewusst bewusst, kochen gerne und sind richtige Genießer. Aber auch für Menschen, die sich teure Lebensmittel nicht leisten können oder möchten, bieten die Supermärkte und Discounter bereits ein tolles Biosortiment in einem niedrigeren Preissegment an. Natürlich können die Preise nicht mit den Eigenmarken mithalten, das ist ganz klar, aber wenn Bio mit konventionellen Markenprodukten verglichen wird, bewegt sich Bio oft im Mittelfeld. Guckt doch mal genau hin – ihr werdet überrascht sein.

Quellen:

Annette Sabersky (2013): Bio drauf. Bio drin?. Echte Bioqualität erkennen und Biofallen vermeiden. München: Südwest.

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