ich mach es anders

Mobilität im Alltag

Mobilität geht auch anders. Unseren Bauhauseinkauf haben wir ohne Auto nach Hause transportiert.

Das Thema Reisen bringt mich gleich zu einem weiteren wichtigen Thema unserer Gesellschaft, nämlich Mobilität im Alltag. „Ohne Auto geht gar nix“, bekomme ich oft v. a. von meinen Bekannten in ländlichen Gebieten zu hören. Ich bin der Meinung, dass es auch ohne eigenem Auto geht – ich bin das beste Beispiel dafür. Ich hatte ein Jahr lang ein Auto, das ich ab meiner Studienzeit meinem Bruder vermacht habe. Seitdem bin ich meist öffentlich unterwegs und bin immer von A nach B und auch nach C gekommen. Der Bus oder Zug bringt mich in die Steiermark zu meiner Familie, vom Bahnhof müssen wir (mein Freund und ich) abgeholt werden, was bei einer Dichte von drei Autos in meiner Familie, die inkl. mir aus fünf Personen besteht, aber noch nie ein Problem war. Und wenn ich mich innerhalb der Stmk. mit einem Gefährt bewegen möchte, leihe ich mir eines im näheren Verwandten- oder Bekanntenkreis aus.

Mobilität – eine Frage der Gewohnheit

„Aber das ist alles so umständlich“ ist die zweite Ausrede, die ich vernehme, wenn es um das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel geht. Dem stimme ich nicht zu, denn es ist alles eine Frage der Gewohnheit, des Verwöhntseins und des Wollens. Kurze Wege, die von vielen meiner Familienmitglieder selbstverständlich mit dem Auto bewältigt werden, gehe ich zu Fuß oder fahre mit dem Fahrrad, weil ich es so gewohnt bin.

Öffis am Land

Was stimmt und sehr schade ist, ist das absolute Nicht-Funktionieren öffentlicher Verkehrsmittel in einigen ländlichen Gebieten. Soweit ich es feststellen konnte, ist das jedoch von Region zu Region verschieden. Während in der Oststeiermark die Busstrecken eingestellt werden, weil sie angeblich nicht rentabel sind, fahren in Tirol und Vorarlberg die Busse regelmäßig zwischen den kleinen Ortschaften, wie ich bei unserem Motorradurlaub feststellen konnte. Ok, dort gibt es vermutlich mehr UrlauberInnen, als in unserem kleinen aber feinen Örtchen in der Oststeiermark, aber ich vermute auch, dass die Bevölkerung dafür zugänglicher ist, da sie die Öffis gewohnt ist.

Die Zivilgesellschaft kann Mobilitätsformen verändern

Einige Personen in meinem Umfeld meinen, dass sie schon Öffis nutzen würden, wenn die Politik da endlich mal was macht. Ich bin der Meinung, dass nicht die Politik in erster Linie gefordert ist, sondern die Menschen wie Du und ich. Veränderung passiert aus der Zivilgesellschaft heraus und diese muss auch etwas für Veränderung tun. Klingt blöd, ist aber so. Möchte niemand auf den Luxus Auto verzichten, findet es blöd, sich nach Abfahrtszeiten zu richten oder findet Öffis grauslich, wird niemand Öffinetze einrichten oder reaktivieren, weil es schlicht keine Nachfrage gibt.

Als mein Freund im Winter 2013 sein Auto verkauft hat (er lebte damals erst gut ein Jahr in Wien), war die größte Sorge unserer Mütter, dass wir nicht mehr nach Hause in die Steiermark kommen würden. Wir konnten sie beruhigen, denn: es gibt einen quasi Non-Stop-Bus von Wien in die Steiermark oder auch ins Burgenland, einen Zug und wenn alle Stricke reißen, kann man sich heut zu tage ziemlich einfach ein Auto ausleihen.

Was mich besonders freut: mein Freund fuhr jahrelang nicht mit dem Zug, dann  probierte er es wieder im Erwachsenenalter von Wien nach Linz und wieder retour. Das Ergebnis: er war begeistert. Oder mein Paps: er ist ewig nicht mehr mit einem Zug gefahren, dann die Strecke Rohrbach-Wien und wieder retour. Das Fazit: er war begeistert. Oder mein Bruder und seine Freundin: sie besuchten uns einmal in Wien und sind mit dem Zug angereist. Das Fazit: sie fanden es toll.

Auch ohne Auto kann viel transportiert werden – Kreativität ist gefragt

Mobilität geht auch anders. Unseren Bauhauseinkauf haben wir ohne Auto nach Hause transportiert.

Unser erster Großeinkauf im Bauhaus ohne Auto – der Transport hat hervorragend geklappt

Muss etwas transportiert werden, ist Kreativität gefragt oder man borgt sich von Freunden einmal ein Auto aus. In ländlichen Gebieten funktioniert angeblich das Carsharing, wie es in der Stadt schon gut läuft, nicht. Ich bin überzeugt davon, dass das Carsharing mit dem Nachbarn wunderbar funktionieren würde. Vielleicht findet sich ja jemand, um das einmal für einige Zeit auszuprobieren und berichtet mir davon. Mein Appell an alle, denen Öffis zu mühsam erscheinen: macht einen Ausflug mit den Öffis (Zug oder Bus) und genießt die Vorzüge. Einfach rein setzen und die Seele baumeln lassen oder auch ein gutes Buch lesen.

It´s easy being green – Just do it!

                     

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